Ein Kind unserer Zeit

Projekt: Lüscher / Bachmann
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A & B / Freier Verkauf
Spieldauer
77 Min. ohne Pause
Spielort
Kultur und Kongresshaus Aarau (Kuk)

Inszenierung

Raphael Bachmann

Es spielen

Kaspar Lüscher

Der Ich-Erzähler, ein anonym bleibender Soldat, ist die Hauptperson des Romans; geboren wurde er 1917, also kurz vor Ende des ersten Weltkrieges. Seine erste Erinnerung ist der Tod der Mutter. Er ist arbeitslos und zieht wegen ideologischer Differenzen bei seinem Vater, den er verachtet, aus. Nun muss er betteln und ist auf die Wohlfahrt angewiesen. Sein Hass auf das gemütliche Leben anderer steigt, und immer mehr identifiziert er sich mit rechts gerichtetem Gedankengut. Er meldet sich freiwillig zur Armee.

Eines Tages sieht der Soldat auf dem Jahrmarkt beim Verzehr eines Eiscremes eine junge Frau und verliebt sich in sie. Seine verschämten Versuche, sich ihr zu nähern, scheitern, was ihn noch härter und empfänglicher für radikale Unnachgiebigkeit macht. Denn er hat keine Gelegenheit, sie kennen zu lernen, weil er als so genannter «Freiwilliger» bei einem blitzartigen Überfall auf ein kleines Land kämpfen muss. Aus seinem Minderwertigkeitsgefühl heraus versagt sich fortan das Denken und Fühlen und liefert sich voll und ganz dem Gehorsam und dem Vaterland aus. «Wir kämpfen für das Gute, für das Volk, für den Frieden».

Doch sein Hauptmann, den er immer verehrt hat, kann mit den vielen Kriegsverbrechen seiner Truppe nicht mehr leben und läuft im Kampf in den Tod. Der Soldat will ihn noch retten, doch dabei wird er am Arm schwer verletzt. Er kommt ins Lazarett und beginnt nachzudenken. Seine Verwundung heilt nicht, im Gegenteil sie wird noch schlimmer. Wehrdienstunfähig kehrt er zu seinem Vater zurück, den er immer nur ausnützt. Die Frau vom Jahrmarkt sitzt inzwischen im Gefängnis, weil sie in der Hoffnungslosigkeit ihr Kind abgetrieben hat, denn die Jahrmarkt-Firma duldet keine schwangeren Angestellten. Als der Soldat auf der Suche nach ihr davon erfährt, steigen sein Hass und seine Zweifel an den Führern und dem Volkskörper. Hasserfüllt ermordet er den Buchhalter der Jahrmarkt-Firma. Zwei Tage später wandert er durch die Nacht und sieht die Unsinnigkeit des Krieges ein, doch eigene Schuld verleugnet er. Schliesslich setzt er sich in einem Park auf eine Bank und erfriert nachts in einem Schneesturm.

Stückbeschrieb & Biografien

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