Die Schneiderin

www.gardihutter.com
Tickets kaufen

Informationen

Abonnemente
Keine Abo-Vorstellung
Nur freier Verkauf
Spieldauer
1 Stunde 15 Minuten
keine Pause

Inszenierung

Regie
Michael Vogel
(Familie Flöz)
Musik
Franui
Lichtdesign
Reinhard Hubert
Bühne
Urs Moesch
Fausto Milani
Kostüm
Anna Manz

Es spielen

Gardi Hutter

Als Wäscherin hat Gardi Hutter, alias Hanna, angefangen, als Sekretärin ist sie aufund als Souffl euse unter die Bühne abgestiegen. Jetzt sind es die Bretter des Schneidertisches, die ihr die Welt bedeuten. Ein Blick durchs Knopfl och genügt: Erzählstoff gibt’s in Ballen. Die Schneiderin richtet mit der grossen Schere an. Es wird weder an Boshaftigkeit noch an Unglück gespart. Sie lässt die Puppen tanzen – die Schneiderpuppen. Abgründe tun sich im Nähkästchen auf. Bei so vielen Spulen kann sogar das Schicksal den Faden verlieren.

In Hanna’s Schneiderei steht ein Schicksalsrad. Es dreht sich um die Endlichkeit des Seins und die Unendlichkeit des Spiels.

Das Schicksal ist mit Faden und Schere seit Urzeiten verbunden. In vielen Mythologien kommen sie vor – die Moiren (griechisch), Parzen (lateinisch), Nornen (altnordisch) – die drei Schicksalsgöttinnen: die erste spinnt den Lebensfaden, die zweite bemisst ihn und die dritte schneidet ihn ab.

Sie sind die noch ungezähmten Urahninnen der Schneiderin. Mythologien sind wahre Fundgruben fürs Theater. Sie speichern unendlich viele Geschichten, die sich frühere Menschen gesponnen haben, um dem Leben – und dem Sterben – Sinn zu geben. Der Tod ist dort nie ein abruptes Ende. Er ist meist eine Reise in ein anderes Land. Oder gar ein Zurückkehren zu Mutter Erde, ein quasi Heimkommen. Die Erfi ndungen sind, wie auch die Natur, variantenreich, überraschend, phantasievoll und oft grotesk – bis hin zur Figur des schwangeren Todes. Das stete Werden und Vergehen ist wohl die grösste Herausforderung für den menschlichen Geist.

Heute arbeitet die Wissenschaft an der Unsterblichkeit und die Werbung verkauft sie schon. Wir sind alle jung und dynamisch. Der Tod ist tabu. Doch wie wir auch zappeln: am Schluss steht das Ende. Sterben ist im Leben inbegriffen. Wir können uns nur lustvollere Vorstellungen darüber machen. Und mit Gelächter die Angst vertreiben. Chronos, der Gott der gemessenen Zeit, muss still halten. Kairos, der Gott der Traumzeit, übernimmt.

Newsletter abonnieren

Wünschen Sie regelmässige Informationen über bevorstehende
Theaterstücke tragen Sie hier Ihre E-Mail ein.

Besuchen Sie uns auf Facebook

Theatergemeinde Aarau
page by zeitgeist.ch